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Antihaftbeschichtungen machen das Leben in der Küche leichter: Der Teig löst sich, der Abwasch geht schnell. Seit einiger Zeit steht ein Wort in der Diskussion, das viele verunsichert: PFAS. Dieser Beitrag ordnet das Thema sachlich ein. Wir stützen uns ausschließlich auf Angaben von Behörden und Fachstellen, die wir am Ende verlinken. Wo wir eine eigene Einschätzung geben, kennzeichnen wir sie. Eine Panikmache wollen wir vermeiden, aber auch keine Verharmlosung.
Was sind PFAS?
PFAS ist die Kurzform für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Das BfR, das wissenschaftliche Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz, beschreibt sie als industriell hergestellte Stoffe, die nicht in der Natur vorkommen. Bei ihnen sind Wasserstoffatome am Kohlenstoff ganz oder teilweise durch Fluor ersetzt. Nach Angaben des BfR umfasst die Gruppe mindestens 10.000 verschiedene Verbindungen, von denen 4.730 eine bekannte chemische Struktur haben. Die Europäische Chemikalienagentur ECHA spricht von mehreren Tausend einzelner PFAS auf dem EU-Markt.
Gemeinsam ist ihnen die sehr stabile Bindung zwischen Kohlenstoff und Fluor. Genau diese Stabilität macht PFAS technisch nützlich: Sie sind wasser-, fett- und schmutzabweisend und hitzebeständig. Sie macht sie aber auch extrem langlebig. Das BfR erklärt, dass Sonneneinstrahlung und Mikroorganismen PFAS kaum spalten können, weshalb sie in der Umwelt lange bleiben. Die Gruppe ist zudem sehr unterschiedlich: Eine allgemeine Aussage zum Risiko aller PFAS ist laut BfR nicht möglich. Mehr zu den Begriffen findest du im Glossar unter PFAS, PTFE und PFOA.
Was hat PTFE mit Antihaftbeschichtungen zu tun?
PTFE (Polytetrafluorethylen, bekannt unter dem Markennamen Teflon) ist ein Kunststoff, der zu den PFAS gezählt wird. Die Verbraucherzentrale ordnet PTFE als PFAS ein. PTFE ist der klassische Stoff für Antihaftbeschichtungen auf Pfannen, Töpfen und Backformen, und er wird auch in Küchengeräten wie Waffeleisen verwendet. Welche Antihaftbeschichtung ein Gerät hat, steht in den Herstellerangaben. Fehlt dort eine Angabe, fragst du am besten beim Hersteller nach.
Der Hinweis „PFOA-frei“ bedeutet nach Einschätzung der Verbraucherzentrale meist, dass PFOA durch andere Fluorverbindungen ersetzt wurde. Das Etikett allein sagt also nicht, ob eine Beschichtung PFAS-frei ist. Auch Keramikbeschichtungen sind laut Verbraucherzentrale nicht automatisch PFAS-frei, hier lohnt der Blick auf Angaben wie „PFAS-frei“. Zur Einordnung siehe auch das Glossar zur Keramikbeschichtung.
Wie bewertet das BfR die Nutzung von PTFE-beschichtetem Geschirr?
Das BfR hat Fragen und Antworten zu Geschirr mit PTFE-Antihaftbeschichtung veröffentlicht. Die wichtigsten Aussagen im Überblick:
- Bestimmungsgemäßer Gebrauch: Gesundheitliche Beeinträchtigungen sind laut BfR nicht zu erwarten. Die freigesetzten Mengen gelten nach den vom BfR herangezogenen Studien als sehr gering. Eigene Untersuchungen hat das BfR dazu nach eigenen Angaben nicht durchgeführt.
- Überhitzung: Ab einer Temperatur von 360 °C kann sich die Beschichtung zersetzen und gesundheitsschädliche Dämpfe bilden, und zwar ohne sichtbare Rauchentwicklung.
- Typische Temperaturen: Mit Wasser oder wasserhaltigen Speisen steigt die Temperatur nach BfR-Angaben nicht deutlich über 100 °C. Öl verdampft je nach Art bei 110 bis 270 °C. Rauch oder Brandgeruch sind Warnzeichen. Handelsübliche Backöfen erreichen höchstens 250 °C.
- Herdarten: Besonders gefährdet sind laut BfR Induktions- und Gasherde, weil sie schnell erhitzen.
- Grillen: Beschichtete Utensilien gehören nicht auf Gas- oder Holzkohlegrills direkt über dem Feuer.
- Abgeplatzte Partikel: Nach heutigem Kenntnisstand sind beim versehentlichen Verschlucken keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erwarten. PTFE wird nicht verdaut und unverändert ausgeschieden.
- Erkrankungsfälle durch Dämpfe: Nach Angaben des BfR sind diese nur aus der industriellen PTFE-Fertigung bekannt, nicht aus Privathaushalten.
Die Empfehlungen des BfR sind einfach: Geschirr nie leer stark erhitzen, vor der ersten Nutzung gründlich reinigen, die Herstellerhinweise beachten und die Beschichtung nicht überhitzen.
Was sagt die Verbraucherzentrale zur Überhitzung?
Die Verbraucherzentrale bestätigt die Grenze von 360 °C und ergänzt, dass eine leere Pfanne auf modernen Herden bereits nach zwei bis fünf Minuten diese Temperatur überschreiten kann. Mit wasserhaltigen Lebensmitteln sei eine Überhitzung kaum möglich. Eine Herstellerangabe mit einer Höchsttemperatur von 230 oder 260 °C deutet laut Verbraucherzentrale fast immer auf PTFE hin. Zudem rät sie, stark zerkratzte Pfannen vorsorglich auszutauschen. Die Wirkung von Mikro- und Nanoplastik sei noch nicht erforscht.
Was plant die EU bei PFAS?
Das Umweltbundesamt (UBA) informiert über einen umfassenden Vorschlag zur Beschränkung von PFAS in der EU. Er wurde von Deutschland, den Niederlanden, Norwegen, Dänemark und Schweden bei der ECHA eingereicht. Nach Angaben des UBA bezieht er sich auf alle PFAS. PFAS sollen nur dort erlaubt bleiben, wo es auf absehbare Zeit keine geeigneten Alternativen gibt oder wo die sozioökonomischen Vorteile die Nachteile für Mensch und Umwelt überwiegen. Die öffentliche Konsultation dauerte sechs Monate. Anschließend bewerten die wissenschaftlichen Ausschüsse der ECHA (RAC für Risiken, SEAC für sozioökonomische Aspekte) den Vorschlag, danach entscheiden die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten.
Wichtig für dich als Käufer: Es handelt sich um einen Vorschlag in einem laufenden Verfahren. Wir nennen deshalb keine Fristen und keine Verbote, die es nicht gibt. Den aktuellen Stand findest du auf den Seiten der ECHA und des Umweltbundesamts, die wir unten verlinken. Auch das BfR verweist in seinen Fragen und Antworten darauf, dass der Vorschlag Pfannenbeschichtungen betreffen könnte.
Wo liegt das eigentliche Problem?
Die Verbraucherzentrale nennt als Hauptproblem von PTFE nicht den Alltagsgebrauch, sondern Herstellung und Entsorgung, weil PTFE biologisch nicht abbaubar ist. Das BfR beschreibt PFAS insgesamt als Stoffe, die weltweit in Gewässern, Böden, Pflanzen und Tieren nachweisbar sind und so in die Nahrungskette gelangen. Die Hauptaufnahme geschieht laut BfR über Lebensmittel und Trinkwasser, wichtige Rollen spielen Fisch und Meeresfrüchte. Küchengeschirr taucht in dieser Beschreibung nicht als Hauptquelle auf. Für die Gesamtbelastung sind also vor allem andere Wege relevant.
Für eine allgemeine Aussage zur Gesamtgruppe gilt laut BfR: Die Datenlage ist unterschiedlich, für manche PFAS gibt es gesundheitsbasierte Richtwerte, für andere nicht. Wer sich vertiefen will, findet im BfR-Beitrag „Gekommen, um zu bleiben“ eine umfassende Darstellung.
Worauf kommt es beim Kauf eines Küchengeräts an?
Aus den genannten Quellen und unserer eigenen Einordnung ergeben sich ein paar praktische Punkte:
- Herstellerangaben lesen: Steht dort etwas zur Beschichtung? Wenn nicht, beim Hersteller nachfragen. Fehlt die Angabe, weisen wir das in unseren Vergleichen als „laut Herstellerangabe nicht angegeben“ aus.
- Auf klare Begriffe achten: „PFOA-frei“ ist keine Aussage über PFAS insgesamt. „Keramik“ sagt für sich nichts über PFAS.
- Anleitung befolgen: Vorheizzeiten, Höchsttemperaturen und Reinigungsangaben gelten für das jeweilige Gerät.
- Weiche Werkzeuge nutzen: Holz oder Silikon statt Metall, um Kratzer zu vermeiden. Die Verbraucherzentrale nennt Kratzer als Quelle für Partikel.
- Beschädigte Beschichtung ernst nehmen: Löst sich die Schicht großflächig oder ist sie stark zerkratzt, ist ein Austausch sinnvoll.
- Geräte pflegen: Auch das verlängert die Lebensdauer. Eine Anleitung findest du im Ratgeber Waffeleisen reinigen.
Welche Beschichtung die Geräte in unserem Vergleich laut Herstellerangaben haben, siehst du bei den Waffeleisen im Vergleich.
Weiterlesen im Magazin: Sandwichmaker oder Waffeleisen mit Wechselplatten? · Crêpes-, Pancake- oder Waffeleisen?
Häufige Fragen
Sind Antihaftbeschichtungen gefährlich?
Das BfR erwartet bei bestimmungsgemäßem Gebrauch von PTFE-beschichtetem Geschirr keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Es warnt aber vor Überhitzung ab 360 Grad Celsius, bei der gesundheitsschädliche Dämpfe entstehen können.
Ist PTFE dasselbe wie PFAS?
PTFE ist ein Kunststoff, der zu den PFAS gezählt wird. PFAS ist der Oberbegriff für eine große Gruppe fluorhaltiger Chemikalien, die nach BfR-Angaben mindestens 10.000 Verbindungen umfasst.
Heißt PFOA-frei auch PFAS-frei?
Nein. Nach Einschätzung der Verbraucherzentrale bedeutet PFOA-frei meist, dass PFOA durch andere Fluorverbindungen ersetzt wurde. Achte auf eine ausdrückliche PFAS-Angabe des Herstellers.
Sind Keramikbeschichtungen automatisch PFAS-frei?
Nicht automatisch. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass ausdrückliche Angaben wie PFAS-frei hilfreich sind. Bei Zweifeln hilft die Nachfrage beim Hersteller.
Ist PFAS in der EU verboten?
Es gibt einen Vorschlag von fünf Mitgliedstaaten zur Beschränkung von PFAS, über den in einem laufenden Verfahren entschieden wird. Den aktuellen Stand findest du bei der Europäischen Chemikalienagentur und beim Umweltbundesamt.
Soll ich eine zerkratzte Pfanne wegwerfen?
Die Verbraucherzentrale empfiehlt, stark zerkratzte Pfannen vorsorglich auszutauschen. Das BfR hält das Verschlucken abgelöster PTFE-Partikel nach heutigem Kenntnisstand für unbedenklich, weil sie unverdaut ausgeschieden werden.
Quellen
- BfR: Ausgewählte Fragen und Antworten zu Geschirr mit Antihaftbeschichtung aus PTFE für das Braten, Kochen und Backen
- BfR: Gekommen, um zu bleiben: PFAS in Lebensmitteln und der Umwelt
- Umweltbundesamt: Umfassender Vorschlag zur Beschränkung von PFAS in der EU
- ECHA: Perfluoroalkyl chemicals (PFAS)
- Verbraucherzentrale: Pfannen und PFAS: Wie gefährlich ist die Teflon-Beschichtung?
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